• in der Inselgalerie

168. Ausstellung | EIGENWELT als GEGENWELT

04.03.-01.04.2010

Christine Seghers, Ans Swart – Niederlande

Malerei
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Vernissage der 168. Ausstellung am Donnerstag, den 4. März um 19.00 Uhr
 


 

Ausstellung Eigenwelt der Gegenwelt

wappenNL
Mit freundlicher Unterstützung durch die Botschaft des Königreiches der Niederlande



Christine Seghers, geboren 1945 in Clinge, Zeeland, NL.
www.cseghers.com
Christine Seghers ist in Zeeland geboren und aufgewachsen, dem Stück Holland, das mit Deichen dem Meer abgetrotzt wurde. Dieses vom Menschen geschaffene Land, eingeteilt in Karrees bewirtschafteter Felder, Weiden und Wälder, unterbrochen von Wasserstraßen – prägte ihr Verhältnis von Land und Wasser, Himmel und Erde. Polder heißt das Land, das es eigentlich nicht gibt und gerade hier, wo sich die Macht des Menschen über die Natur zeigt, offenbaren sich für sie neben den schöpferischen auch dessen zerstörerische Kräfte.
Natur ist für sie etwas Wertvolles, das sie betroffen macht und streitbar und deren Schönheit sie darstellt. Schönheit liegt auch in der Vergänglichkeit, etwa in dem Skelett eines Tieres oder dem weichenden Sommer, der in der Flut brennender Farben des Herbstes untergeht. 2008 war sie in den USA, sah hier unberührte Natur, die sie uns in ihren Bildern über den Indianischen Sommer vermitteln will. In Arbeiten auf Papier und Malereien auf Leinwand zeigt sie aber nicht nur direkte Eindrücke von der Natur, sondern die dahinter wirkenden Kräfte, die sie Elemente nennt. „Die Landschaft verändert sich. Die Erde verändert sich und ist zerbrechlich. Zwischen dem natürlichen Moment und dem eingreifenden Verhalten des Menschen in die Natur versuche ich meinen Platz zu finden. Manchmal verzweifelt und manchmal hoffnungsvoll.“ Gabriele Stötzer

ohne Titel, 2002, Mischtechnik, 73 cm x 98 cm

ohne Titel, 2002, Mischtechnik, 73 cm x 98 cm

Pressestimmen:
»Der Wolkenhimmel, das Wasser, der Felsen und der Horizont sind abstrakter als es uns der flüssige Stil und der Realismus der Künstlerin vermuten lassen. Darin steht Seghers der Romantik sehr nahe, da sie auch in Farbe und Pinselstrich mehr das Gefühl der Landschaft zeigen will als eine Landschaft mit Steinen und Sand.«

(Zeitung: de Gelderlander, Oktober 2002)

»Die Gemälde wecken Neugier, weil sie viel Raum für Phantasie und für den schwungvollen Stil von Seghers lassen, der alles in Bewegung zu bringen scheint. Seghers hat große technische Gewandtheit und ein ausgezeichnetes Gefühl für Komposition.«

(Zeitung: Leeuwarder Courant, Oktober 1999)



Ans Swart, geboren 1947 in Alkmaar, Nordholland.
www.ansswart.nl
Der Abschied hat bei Ans Swart zwei Gesichter. Einmal schwenkt ein feuriger Taktstock blutrote Schwingungskurven in den Raum, dann sind es Rosenblätter, die über lichtfarbenen Ölbildern schweben. Aufbäumender Schmerz und Blätter, gerissen aus ihrem Stamm, fügen sich zu Bildern, die den Sterbensprozess ihrer Mutter begleiten. „Einst verlieren wir alle unsere Mütter“, sagt sie dazu, und das ist ein weiterer Schritt, unser Selbst zum Ausdruck zu bringen, Verantwortung im Hier und Jetzt zu bernehmen. Das tut Ans Swart, indem sie einen Europa-Zyklus malte, der in einigen Werken zu sehen ist. Hier geht sie vielschichtig heran, mischt Heilerde und Papierfetzen unter Acrylfarbe, so dass eine tastbare Oberfläche auf Papier entsteht, die sie auf Leinwand aufzieht. Bebend anmutende Linien, horizontal oder luftig miteinander verwebt, wechseln mit originellen, fast humorvollen Formen. Damit will sie neues Leben in manchmal festsitzende Verhandlungen bringen. Dass heilende Energie die Stagnation berwindet, so dass die verschiedenen spirituellen Kräfte zusammenfließen können. Letztendlich ist der Brunnen jeder Entwicklung Bewegung, die sich im Raum fortsetzt und zu neuen Schöpfungen führt. So wie Rosenblätter sich selbst komponierend im freien Raum schweben, uns mit auf die Reise nehmen in Freude, Licht und Vergessen. Gabriele Stötzer

 

Auflösende Rosenblätter, 2008, Öl auf Leinwand, 60 cm x 80 cm

Auflösende Rosenblätter, 2008, Öl auf Leinwand, 60 cm x 80 cm