• in der Inselgalerie

Lesung & Gespräch | Ursula Schröter

14.04.2010, Mittwoch, 19.00 Uhr

Ursula Schröter liest aus den Büchern

„Patriarchat im Sozialismus“ und „Patriarchat in der DDR“. Nachträgliche Entdeckungen in Forschungsergebnisse aus der DDR.

 
„Kapitalismus funktioniert nur zusammen mit Patriarchat“ – diese These gilt seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in der alten Bundesrepublik als unumstritten und wird immer wieder untermauert durch Analysen, die den Zusammenhang zwischen kapitalistischer Ausbeutung und geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung belegen. Ursula Schröter – DDR-sozialisiert – hat diese These gewendet: Aber Patriarchat funktioniert auch ohne Kapitalismus.
Zusammen mit Renate Ullrich ist sie seit Jahren dem „sozialistischen Patriarchat“ auf der Spur, seinen Ähnlichkeiten und auch seinen Unterschieden zum kapitalistischen. Dabei betrachten die beiden es in erster Linie als ihre Aufgabe, empirisches Material zur Spezifik des DDR-Patriarchats sichtbar zu machen, auf diese Weise zu erhalten und „mit der Weisheit einer Niederlage“ zu interpretieren. 2005 wurde ihre Publikation „Patriarchat im Sozialismus?“ veröffentlicht, in der sie vor allem Dokumente der DDR-Frauenforschung unter die Lupe nahmen. 2009 folgte die Publikation „Patriarchat in der DDR“ (zusammen mit Rainer Ferchland), in der sich Ursula Schröter vor allem auf die Analyse früher DFD-Dokumente konzentrierte.
In der Veranstaltung wird sie nicht nur einen Einblick in beide Publikationen geben, sondern auch Fragen, Widersprüche, Überlegungen ansprechen, die sie noch nicht für publikationsreif hält.

Ursula Schröter – Jahrgang 1941 – ist gelernte Stenotypistin, studierte Mathematikerin und promovierte Soziologin. Bis zum Ende der DDR war sie an der Nahtstelle zwischen Mathematik und Soziologie (soziologische Methodik) an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED tätig. Danach pendelte sie zwischen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, befristeten Projektstellen (5 Jahre Uni Potsdam) und Arbeitslosigkeit. Seit 2002 ist sie Rentnerin. Unabhängig vom Erwerbsstatus blieb/bleibt ihr Thema: Situation und Lebensvorstellungen ostdeutscher Frauen und Kinder.
Ursula Schröter ist stellvertretende Vorsitzende des Demokratischen Frauenbundes e.V. (dfb), verheiratet, zweifache Mutter, fünffache Großmutter.

Eintritt: 4,00/erm. 3,00 €

Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung.