• in der Inselgalerie

Lesung & Gespräch | Herma Kennel

21.10.2010, Donnerstag, 19.00 Uhr

Herma Kennel liest aus ihrem Tatsachenroman „Die Welt im Frühling verlassen“ über eine tschechische Widerstandsgruppe.

 

 

August 1944. Junge tschechische Zwangsarbeiter fliehen aus Wien, um in Mähren mit Gleichgesinnten eine Widerstandsgruppe aufzubauen. Die 21-jährige Božena, angestellt im Arbeitsamt einer Kleinstadt, fälscht Arbeitsbücher für die Mitglieder: Sie sollen damit bei Kontrollen der Gestapo unverdächtig bleiben. Božena fälscht auch das Arbeitsbuch für Jaroslav – bald schon verlieben sich beide ineinander. Die Partisanengruppe führt einen verzweifelt einsamen Kampf gegen die Übermacht von SS und Staatspolizei im Protektorat. Als zugesagte Waffenlieferungen aus England ausbleiben, „überfallen“ die jungen Männer nach Absprache mit den Gendarmen tschechische Gendarmeriestationen: Sie hoffen, so an Waffen zu gelangen. Dabei geraten sie jedoch ins Visier der Gestapo. Jaroslav bittet Božena, unterzutauchen. Sie aber bleibt tapfer an ihrem Arbeitsplatz, um alle Hinweise auf Mitglieder der Widerstandsgruppe – auch auf Jaroslav – rechtzeitig vernichten zu können. Da schlägt die Gestapo zu: Das Verhängnis nimmt seinen Lauf …
Ein erschütternder Tatsachenroman über Zivilcourage, Kampf und Verrat, aber auch die Geschichte einer Liebe zweier Menschen in Zeiten des Krieges. Dem Roman liegen sorgfältige Recherchen Herma Kennels zugrunde: Zusammen mit Jaroslav war sie mehrmals an den Orten der Geschehnisse und sprach dort mit überlebenden Mitgliedern der Widerstandgruppe, mit Freunden und Bekannten der Protagonisten und mit Dorfbewohnern. In Archiven sah sie außerdem Akten, Dokumente und Unterlagen ein. (Redaktion des Verlages)

Herma Kennel stammt aus Pirmasens nahe der deutsch-französischen Grenze. Nach ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin besuchte sie die Freie Akademie Mannheim, arbeitete im elterlichen Betrieb und danach für drei Jahre beim Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel. Von 1972-1974 studierte sie an der Hochschule für Politik in München. Mit ihrem Ehemann lebte sie von 1979-1983 in Bukarest/Rumänien. Dort fand 1980 auch ihre erste Ausstellung mit naiven Bildern statt. Danach hatte sie Einzelausstellungen in Belgrad, Zagreb, Wien, Kopenhagen, Luxemburg, Straßburg, Bonn, Brüssel, Genf und München. Seit 1998 lebt Herma Kennel mit ihrem Mann in Berlin. Zwischenzeitlich verbrachte sie zwei Jahre in Brünn/Tschechische Republik. Ab dem Frühjahr 2008 lebt sie nicht nur in Berlin, sondern auch wieder in Bukarest/Rumänien.

Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Eintritt: 4,- € /erm. 3,- €