• in der Inselgalerie

180. Ausstellung | HOLZ – PAPIER – SCHNITT

14.04. – 14.05.2011


Elli Graetz, Beate Hoffmeister
Grafik, Objekte


 

Die Vernissage der 180. Ausstellung ist am 14. April, Donnerstag 19 Uhr.
Die Finissage ist am 14. Mai, Samstag 15 Uhr.


 
B e a t e   H o f f m e i s t e r        www.beatehoffmeister.de

Nicht mehr aktuelle, vorgefundene und gesammelte Verzeichnismedien – sogenanntes »poveres« Material – sind primärer Rohstoff und Basis für die Papierobjekte von
Beate Hoffmeister. Es werden einzelne Seiten mit dem Cutter bearbeitet oder ein gesamter Buchblock erfährt den radikalen Schnitt. Tastend und forschend, zuweilen spielerisch, widmet sich die Künstlerin dem nahenden möglichen Verschwinden der gedruckten Verzeichnismedien zugunsten einer digitalisierten, virtuellen Form. So bedeuten das Aufheben, Bewahren und »Wiederverwerten« von Wegwerfbüchern eine Überführung in eine neue »Wertebene«.

MüllVoll, 2011, Telefonbuch in Objektrahmen, 40x50x3 cm

Das Papier und seine Produktform des Buches werden zu einem eigenwertigen Ausdrucksträger verwandelt. Wie sonst die Farbe, so wird das Papier und seine Bündelung als Buch in vielfältigsten Formen gestaltet. Das Gestaltungsmittel ist ein Messer, das Messer des Stapelschneiders. Es bringt das Papier in Form.

Die teilweise wirre Vielfalt des Materials ordnet die Künstlerin in klaren Kompositionen. Die Materialität des Papiers erschließt sich damit neue Existenzen: Mal wirkt es textil, dann wieder fest wie Holz, in der Schichtung … blockhaft monumental, und in einer kinetischen Installation so filigran wie eine zarte Pfauenfeder. Beate Hoffmeisters Materialcollagen stellen den gewohnten Blick des Betrachters fundamental in Frage. Sie verwirren und stiften damit eine Vorstellung von der Vielfältigkeit des Seins einer besonderen Materie.    Martin Schönfelder


E l l i   G r a e t z        www.elligraetz.de
In der souveränen Handhabung der grafischen Techniken wechseln expressive, konstruktive und informelle Lösungen, verbinden sich Formbewusstsein und ästhetische Erkenntnis. Da ist jemand am Werke, der nach einfachen, beinahe asketischen und eindringlichen Mitteilungsformen strebt und sie in flüchtig skizzenhaften Andeutungen findet. Bei genauerem Hinsehen verbindet sich diese freie gelöste Zeichenhaftigkeit mit satirischer Distanz, tiefer Melancholie und archaischer Strenge zu einer Mehrdeutigkeit, die formalen Reichtum, komplizierte Vielfalt und besondere Farbklänge offenbart.     Herbert Schirmer, Lieberose, 11. Mai 2009

Staub und Schatten sind wir…, 2008, Siebdruck, je 81×57 cm

…Denn sie sind eingeschrieben, eingedruckt, eingemalt – die Menschheitsthemen, die uralten und ewig jungen … vom Hoffen und Scheitern, von Liebe und Tod; Ideal und Wirklichkeit. Und, sie sind gut aufgehoben in der flächigen Tiefe ihrer Bildgründe, als lesbare, sehr persönliche Spuren. Die geben nichts preis über die Abgründe und auch nichts über den Verlauf von Begebenheiten. Sie haben keinen Anfang und kein Ende. Bewegung ist tabu, das Schwerwiegende gemildert, reduziert, ausgewaschen, überdruckt – so wie im wirklichen Leben. Und doch ist es am Ende so, dass die Dinge in eigener Sprache und in eigener Sache reden. Die Kunst bleibt bei sich…  Petra Hornung, Alt-Langsow, 10. Mai 2008