• in der Inselgalerie

Lesung & Gespräch | Ruth Frey-Seelig

12.05.2011 – 19 Uhr
Lesung und Gespräch

“Das Erbe meiner Mutter”

Ruth Frey-Seelig liest aus ihrer jüdisch-deutschen Familiengeschichte

 

Das Trauma lebt weiter

Du bist etwas Besonderes, aber sprich nicht darüber.
„Das bedeutete unter uns – meiner Mutter und mir – still diese besondere Exklusivität zu empfinden, die faszinierend und gleichzeitig auch gefährlich sein kann“, sagt Ruth Frey im Nachhinein. Die Mutter hat die Erzählerin sehr früh zu ihrer Verbündeten gemacht. Ruth war das auserwählte Kind, dem sie wichtige Dinge ihres Lebens anvertraute. Wie das Trauma in ihr weiter lebte, hat sie in ihrem Buch erzählt und ihre Geschichte als Kind jüdischer Eltern, als Kind der DDR, als Frau in der DDR und später in der BRD dargestellt.
„Ich bin glücklich, so viel aus zwei Welten lernen zu dürfen“, bekennt sie. Meine Mutter war oft voller Angst. Die Menschen mussten auch in der DDR allein mit ihren Erinnerungen zurecht kommen. Freunde oder die Familie gaben Schutz. „Wenn meine Mutter so manches Mal von der Arbeit kam, rannte sie direkt ins Schlafzimmer, warf sich aufs Bett und weinte.“
Ruth Frey und ihre Schwestern waren mit dieser Situation als Kinder oft überfordert. Sie hat es erzählt und Ulrike Hänsch, die Biografieforscherin, hat es in diesem Buch aufgeschrieben.

[eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung]