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WIEDER IM LICHT: Julie Wolfthorn (1864-1944)


08.01.1864 geboren als Julie Wolff in Thorn (Torun), jüngstes Kind der jüdischen Familie Mathilde und Julius Wolff; früh verwaist, Übersiedlung zu Familienmitgliedern nach Berlin
vor 1890 private Kunststudien in Berlin an der Zeichen- und Malschule für Damen von Curt Herrmann, in Paris an der Académie Colarossi bei Gustave Courtois und an der Académie Julian
seit 1890 liefert als eine der wenigen weiblichen Künstlerinnen regelmäßig Titelbilder und Illustrationen für die Jugendstilzeitschrift Jugend
ca. 1895 ansässig in Berlin; Sujets: Porträts (Ida und Richard Dehmel, Hedwig Lachmann, Gustav Landauer, Familie Mosse), Plakat- und Buchgestaltung, Druckgrafik, Illustration
1898 Gründungsmitglied der Berliner Secession – als eine von vier Frauen und als erste Jüdin; in der Folgezeit u. a. Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen, dem Lyceum-Club, der GEDOK
ab 1899 Teilnahme an vielen Ausstellungen, darunter an den jährlichen Ausstellungen der Berliner Secession sowie bis 1931 an der Großen Berliner Kunstausstellung
um 1904 eigene Malschule;
Ehe mit dem Kunstkritiker Rudolf Klein-Diepold
ab 1933 Diskriminierung wegen ihrer jüdischen Herkunft, Ausschluß bzw. Austritt aus den Berufsvereinigungen und Ämterverlust; Mal- und Publikationsverbot, kann nur noch im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes ausstellen
1938-1941 bleibt aktiv innerhalb des Jüdischen Kulturbundes und in letzten jüdischen Publikationsorganen; gewinnt Wettbewerbe; malt unerlaubt weiter, erteilt Malunterricht
1942 mit ihrer älteren Schwester Luise Wolf im Oktober Deportation nach Theresienstadt; hier entstehen noch Zeichnungen
29.12.1944 stirbt im Lager Theresienstadt

 

ohne Titel, o. J., Aquarell/Papier, 32 x 42 cm

 


 

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